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„Unsere Branche stemmt sich gegen die Krise“: Druckindustrie investiert weiter in Mitteldeutschland

Leipzig – Trotz Konjunkturkrise und Bürokratiebelastung investieren die Unternehmen der Druckindustrie weiter in den Standort. Das zeigt das „Branchenbarometer 2026", eine Trendstudie der Verbände Druck Medien NordOst (VDMNO) und Mitteldeutschland (VDMMD). „Unsere Branche stemmt sich gegen die Krise. Wir können und wollen nicht mit unserer Produktion ins Ausland gehen”, so VDMMD-Geschäftsführerin Antje Steinmetz. Und weiter: „Unsere Unternehmen sind vor Ort verwurzelt.”

Dem Umfrageergebnis zufolge erwarten zwar 40 % der Unternehmen eine Verschlechterung ihrer Lage innerhalb von zwölf Monaten, nur 17 % eine Verbesserung – trotzdem wollen fast drei Viertel der Betriebe investieren. Angesichts der Ausgangslage ist das beachtlich. Es macht deutlich, dass der Mittelstand sich trotz aller Herausforderungen nach wie vor klar zum Standort bekennt.

Größte Sorgen: Bürokratie und Berichtspflichten

Die lahmende Konjunktur liegt in der Liste der größten Sorgen der Unternehmen auf Rang zwei, die größten Schwierigkeiten bereiten die ausufernde Bürokratie und die Vielzahl und Komplexität der Berichtspflichten. 58 Prozent der Befragten nennen sie als problematischste Belastung.

Für mehr als jedes vierte Druckunternehmen spielen auch die hohen Energiepreise eine große Rolle. Hier sieht der Verband eine große Ungerechtigkeit zwischen großen Industriekonzernen und den mittelständischen Unternehmen, die auf den hohen Energiekosten sitzen blieben.

Bürokratie als Problem Nummer eins

Kritikisch sieht die Branche auch politische Maßnahmen wie die KUEBLL-Liste, mit denen einzelne Branchen bei Energiekosten entlastet werden sollen – die Druck- und Medienbranche steht nicht mehr auf dieser Liste.

Wer gestern in Energieeffizienz investiert habe, werde heute dafür bestraft. Hinzu käme: Die Liste orientiert sich an einer Wirtschaftszweig-Einteilung von gestern, nicht an der Realität in den Betrieben.

Auch beim Thema Bürokratie ist der Mittelstand überproportional betroffen. Besonders belastet fühlen sich die Unterehmen vom Arbeits- und Datenschutzrecht (52 Prozent), von der Steuer- und Buchhaltungspflichten (40 Prozent), der EU-Verpackungsverordnung PPWR (38 Prozent), der Entwaldungsverordnung EUDR (31 Prozent) und dem Lieferkettengesetz (27 Prozent). Besonders deutlich zeigt sich hier ein Größeneffekt: Bei Kleinstbetrieben nennen 38 Prozent Bürokratie als Top-Belastung, bei Betrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten sind es 62 Prozent, bei 50 bis 249 Beschäftigten 75 Prozent.

„Chef und Leiterbeauftragter in einer Person“

„Die zentralen Herausforderungen für den Mittelstand liegen nicht in der Straße von Hormus oder in der Ukraine. Das Problem sind wir in Deutschland selbst”, sagt VDMMD-Geschäftsführerin Antje Steinmetz. Die Druck- und Medienbranche sei der typische Mittelstand, über den viele gerne sprechen – der aber in politischen Entscheidungen viel zu oft vergessen werde. „Die öffentliche und politische Debatte spitzt sich stark auf große Stahlunternehmen, große Autokonzerne und deren große Zulieferer zu. Wir sind die vergessene Mitte des Bürokratiewahnsinns. Bei uns ist der Chef gleichzeitig Chef und Leiterbeauftragter in einer Person – der tagsüber das Team führt und abends noch mit einem Packen an Berichtspflichten am Tisch sitzt." Es müsse mehr Gerechtigkeit zwischen den mittelständischen Unternehmen und den Großkonzernen hergestellt werden, die das Problem der Berichtspflichten über zusätzliches Personal lösen können.

Sorgen bereitet den Verbandsvertretern der spürbare Vertrauensverlust der Unternehmer in die Politik. Zwei Drittel der Unternehmen fühlen sich der Umfrage zufolge von der Politik nicht gehört. „Wer immer von Zusammenhalt spricht, muss auch in der Lage sein, sich in andere hineinzuversetzen. Die Politik darf nicht das Verständnis und den Zugang zum Mittelstand verlieren. Mittelstand ist keine Sonntagsrede. Mittelstand ist für Millionen Menschen ihre tägliche Arbeitsrealität", so Steinmetz.

Der ausführliche Ergebnisbericht zum Branchenbarometer 2026 ist unter https://www.vdm-mitteldeutschland.de/ihr-verband/branchenstimme abrufbar.

Über den VDMMD

Der VDMMD ist Arbeitgeber-, politischer Wirtschafts- und technischer Fachverband, der sich für die Zukunftsfähigkeit seiner Mitgliedsunternehmen mit marktgerechten und innovativen Dienstleistungen einsetzt. Wir vertreten die Interessen der Druck- und Medienindustrie gegenüber Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und Zulieferern. Als Branchendienstleister ist der wirtschatliche Erfolg unserer Mitgliedsunternehmen Maßstab für unsere Arbeit. In unserem Fokus stehen Themen wie Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sowie der Erfolg der gesamten Branche.