Tarifrunde Druckindustrie: ver.di lehnt Arbeitgeberangebot ab
Bei den heutigen Tarifverhandlungen für die rund 95.000 Beschäftigten der deutschen Druckindustrie ist es noch nicht zu einem Abschluss gekommen. Die Gewerkschaft ver.di hat einen Einigungsvorschlag des Bundesverbandes Druck und Medien e. V. (BVDM) abgelehnt. Die Gespräche werden am 7. September 2026 fortgesetzt.

Zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde verwies die Verhandlungskommission des BVDM erneut auf die schwierige wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen der Druckindustrie. Die herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die strukturellen Veränderungen führen zu einer geringen Auslastung in der Branche und damit zu einer deutlich abgesenkten Produktivität. Die Folge sind steigende Firmeninsolvenzen und Betriebsschließungen. Der Spielraum für Tariferhöhungen ist daher geringer als in den Vorjahren.
Der BVDM verfolgt das Ziel, einen für die Unternehmen tragbaren Tarifabschluss zu erreichen und hat ver.di heute einen Vorschlag für eine Einigung gemacht. Das Arbeitgeberangebot sieht zwei lineare Lohnerhöhungen vor: um 1,6 Prozent zum 1. Januar 2027 und um 0,9 Prozent zum 1. Januar 2028 bei einer Laufzeit von 24 Monaten.
Dass ver.di diesen Vorschlag als unzureichend zurückgewiesen hat, ist bedauerlich, ändert aber an den wirtschaftlichen Realitäten nichts. „Unser Angebot ist ein ernsthafter Schritt auf dem Weg zu einem tragfähigen Tarifabschluss. Jetzt kommt es darauf an, miteinander konstruktiv an einer Einigung weiterzuarbeiten statt Positionen zu verhärten. Tarifsteigerungen sind nur in dem Umfang möglich, den die Betriebe auch erwirtschaften können. Am Ende braucht es eine Lösung, die von den Unternehmen finanzierbar ist und von beiden Seiten akzeptiert werden kann,“ fasst der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Dr. Klemens Berktold, die Position der BVDM-Verhandlungskommission zusammen.
Die Verhandlungen wurden auf den 7. September 2026 in Hamburg vertagt.
Weitere Informationen zur Tarifrunde Druck 2026 mit Kennzahlen zur Branche und unseren Positionen finden Sie auf unser speziellen Themenseite zur Tarifrunde 2026.
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