Das aktuelle Konjunkturtelegramm

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BVDM-Konjunkturtelegramm August 2026

August 2026: Trotz weiterhin angespannter Geschäfts- und Auftragslage verbessert sich das Geschäftsklima überraschend stark

Der Geschäftsklimaindex der deutschen Druck- und Medienindustrie hat sich im August 2026 deutlich verbessert. Der vom Bundesverband Druck und Medien e. V. ermittelte saisonbereinigte Geschäftsklimaindex wies gegenüber dem Vormonat einen Zuwachs von 9,8 Prozent auf. Mit 96,9 Punkten lag der Index damit 15,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Geschäftslage blieb nahezu unverändert, während sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate signifikant verbesserten.

Im August 2026 bewerteten die vom ifo Institut befragten Entscheider der Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage unverändert zum Vormonat. Die Einschätzungen im Hinblick auf die nächsten sechs Monate fallen deutlich optimistischer aus. Die Ausprägungen der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt. 

Der saison- und kalenderbereinigte Geschäftslageindex verzeichnete im August 2026 nur eine minimale Veränderung von -0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und notierte mit 90,3 Punkten rund 6,7 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Diese Entwicklung ist auf eine fast unveränderte Lagebewertung der Unternehmen zurückzuführen. Keines der befragten Unternehmen schätzte seine aktuelle Geschäftslage als positiv ein, 15 Prozent bewerteten sie als negativ, während 85 Prozent von einer befriedigenden Lage ausgingen. Der saisonbereinigte Saldo blieb unverändert bei -13 Prozentpunkten. 

Die Beurteilung des Auftragsbestands hat sich im August hingegen verbessert: 7 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihren Auftragsbestand positiv, 67 Prozent befriedigend und 26 Prozent negativ. Der sich ergebende Saldo von 
-19 Prozentpunkten stellt dennoch eine Verbesserung zum Saldo des Vorjahresmonats von -42 Prozentpunkten dar. Diese Entwicklung kann man auch bei der Frage nach der Entwicklung der Nachfragesituation im Vergleich zum Vormonat beobachten. 12 Prozent der befragten Betriebe gaben an, dass sich die Situation verbessert hat, während 13 Prozent eine Verschlechterung sahen. 75 Prozent beurteilten die Nachfragesituation als unverändert. Der daraus resultierende Saldo von -1 Prozentpunkt ist deutlich besser als im Vorjahresmonat mit-12 Prozentpunkten. Trotz dieser Verbesserungen bleibt die gesamte Geschäfts- und Auftragslage weiterhin angespannt.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen der Druck- und Medienindustrie für die kommenden sechs Monate fallen im August 2026 deutlich optimistischer aus. Der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen stieg gegenüber dem Vormonat um 20,8 Prozent auf 103,9 Punkte. Damit liegt der Wert 25,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. 27 Prozent der Unternehmen erwarten eine bessere Geschäftslage, 18 Prozent rechnen mit einer Eintrübung. 55 Prozent der Befragten gehen von einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten aus. Der daraus resultierende saisonbereinigte Saldo verbesserte sich auf + 1 Prozentpunkt, nachdem er im Vormonat noch -34 Prozentpunkte betragen hatte. Der nicht saisonbereinigte Saldo liegt sogar bei 9 Prozentpunkten. Damit sind beide Salden erstmal seit August 2024 wieder im positiven Bereich. 

Konjunkturtelegramm als Stimmungsbild

Das BVDM-Konjunkturtelegramm beschreibt die monatliche Entwicklung der deutschen Druckindustrie anhand von zwei Stimmungsindikatoren, nämlich der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftslage in sechs Monaten. Außerdem wird auf die Entwicklung des Geschäftsklimas eingegangen, das anhand der beiden erstgenannten Indikatoren berechnet wird.

Der BVDM erhält die Zahlen vom renommierten ifo Institut, welches sie im Rahmen seiner monatlichen Konjunkturumfrage in der gewerblichen Wirtschaft erhebt. Antworten der Druck- und Medienunternehmen fließen somit nicht nur direkt in das Konjunkturtelegramm des bvdm ein, sondern auch in den der Öffentlichkeit gut bekannten ifo-Geschäftsklimaindex.

Wie alle Stimmungsindikatoren basiert auch das Konjunkturtelegramm des bvdm auf subjektiven Einschätzungen von Druck- und Medienunternehmen. Das heißt, ihm liegen gefühlte Werte zugrunde, die von Eindrücken und Wahrnehmungen der Unternehmer abhängig sind. Die Lage-Beurteilungen und Lage-Erwartungen werden aber aufgrund realer Entwicklungen in den Druck- und Medienunternehmen gebildet. Sie erlauben daher wichtige Einblicke in die wirtschaftliche Lage der Branche und sind ein bewährter Frühindikator für ihre nähere Zukunft.

Aussagekraft des Konjunkturtelegramms

Die Aussagekraft des Konjunkturtelegramms belegt nicht zuletzt der Vergleich des Geschäftsklimas mit der dann eingetretenen tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung der Branche.

Berechnungen des bvdm zeigen, dass die Jahresveränderungsraten des Geschäftsklimaindexes eine hohe und dazu statistisch signifikante Korrelation mit dem amtlichen Produktions- sowie dem Umsatzindex aufweisen. Für den Zeitraum von Januar 1992 bis September 2017 betrug der maximale Korrelationskoeffizient in beiden Vergleichen 0,56. Dabei kam dieser Zusammenhang mit einem um sechs Monate verzögerten Produktionsindex sowie mit einem um 10 Monate verzögerten Umsatzindex zustande – beides Indizien für eine Vorlaufeigenschaft des Geschäftsklimaindexes, die bei Prognosen sehr hilfreich ist.

Zwar führt eine Korrelation nicht zwingend zu einem kausalen Zusammenhang. Mittels einfacher ökonometrischer Modelle lässt sich jedoch nachweisen, dass das Geschäftsklima auch kausal sowohl mit dem Produktions- als auch mit dem Umsatzindex zusammenhängt und somit zur Erklärung des Verlaufs dieser sogenannten harten amtlichen Konjunkturindikatoren beitragen kann.

Machen Sie das Konjunkturtelegramm noch aussagekräftiger!

Je mehr Druckunternehmen an der Umfrage des ifo Instituts teilnehmen, desto höher ist die Aussagekraft des Konjunkturtelegramms. Teilnehmende Unternehmen erhalten zudem einen zeitnahen Maßstab zur Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Lage im Vergleich zur Branche.

Nehmen also auch Sie an der monatlichen (Online-)Befragung des ifo Instituts teil. Nutzen Sie hierfür die Informationen unter https://www.ifo.de/umfrageteilnahme .

Durch Ihre Einschätzung der spezifischen wirtschaftlichen Situation Ihres Unternehmens helfen Sie der gesamten Druck- und Medienbranche, indem Sie die Aussagekraft dieses wichtigen Vergleichsmaßstabs verbessern.

Ansprechpartner

Portraitbild von Dr. Tobias Zander
Dr. Tobias Zander
Referent Wirtschaftspolitik